
Eigentlich bin ich mit o2 als Mobilfunkanbieter ganz zufrieden. Ich bin mir auch bewusst, dass man dort Dienstleistungen relativ preiswert bekommt, die bei dem Wettbewerb, sagen wir zum Beispiel der Telekom oder Vodafone, mitunter deutlich mehr kosten. Dass man dafür an einigen Stellen Abstriche machen muss, damit habe ich kein Problem.
Allerdings versucht o2 dieser Gelassenheit einen Riegel vorzuschieben. Seit mehreren Tagen bekomme ich Anrufe von der Nummer +4934133171503, welche zu o2 gehört und in deren Namen auch angerufen wird.
Wobei “angerufen wird” in diesem Fall eine Übertreibung ist. Denn ich wurde von dieser Nummer nicht einfach angerufen, nein, es wurde lediglich angeklingelt. Gerade so lange, dass man entweder keine Chance hatte das Handy aus der Tasche zu holen und anzunehmen oder ein einem Fall sogar so “lang”, dass das Handy nicht einmal zum Klingeln kam. Aber ausreichend lang um die Nummer auf dem Telefon zu hinterlassen.
Ausgehend von der Tatsache, dass dies anderen Personen auch so geht, könnte man meinen, das hat Methode.

Natürlich habe ich darauf hin nicht zurück gerufen, die “Anrufe” kamen weiter – immerhin nur an Werktagen.
Daraufhin habe ich mich bei o2 per Twitter beschwert, wo man mir sagte, dass es sich um ein Versehen handelt müsse. Ich könnte unter “Mein o2” ja meine Einwilligung für Werbeanrufe zurückziehen. Lustig daran: Das hatte ich schon vor einer Ewigkeit gemacht, ebenso sämtliche anderen Werbemöglichkeiten per SMS, E-Mail und was es sonst noch gibt.
Der Erfolg der Beschwerde zeigte sich schnell: Ich bekam einen weiteren Anruf von o2 (sonst immer nur einen pro Tag, meist um die Mittagszeit), und diesmal hatte ich auch die Chance das Gespräch anzunehmen.
Die überfreundliche Frau am Telefon blubberte irgendwas von Auffrischen meiner Einwilligung. Wie vorhin schon geschrieben gab es eine solche jedoch überhaupt nicht mehr, was ich ihr auch sagte. Sie widersprach mir daraufhin sofort, ich hätte ja bei der Vertragsunterzeichnung sowieso schon meine Einwilligung (für zwei Anrufe pro Jahr mit Informationen zu Produkten etc. pp.) gegeben. Ich musste jetzt auf meinem Einwand bestehen und habe ihr klar machen können, dass ich sämtlicher Nutzung meiner Daten für Werbezwecke widersprochen habe, was sie dann auch eingesehen hat.
Ich machte noch einmal deutlich, dass ich keinerlei Anrufe oder sonstige Werbung wünsche, was sie leicht zähneknirschend (aber immer noch so etwas wie freundlich) akzeptierte. Ich hoffe die Sache hat sich damit gegessen.
Doch warum betreibt o2 so eine Politik? Was soll das Nerven des Kunden durch “Anrufe”, die so schnell beendet werden, dass man überhaupt nicht abnehmen kann? So was erwarte ich höchstens von dubiosen Resellern, nicht von einem Konzern wie der Telefónica.
War es wirklich nur ein Versehen, oder werden möglicherweise sogar Kunden gezielt angerufen, weil sie der Nutzung der Daten zu Werbezwecken widersprochen haben? Warum sonst sollte man eine Einwilligung “auffrischen” wollen, wenn sie doch sowieso vorliegt?
Update 2011-06-15
Von Daniel habe ich noch einen interessanten Link zum Thema bekommen – so wie es sich dort darstellt, ist das mit dem Anklingeln (“Ping Calls” genannt) volle Absicht. Andere Unternehmen gehen auch so vor, wie zum Beispiel 1&1 (aber von denen habe ich auch nichts anderes erwartet).